Deathwatch: Das dritte Warhammer 40k Rollenspiel

27. Februar 2010 Reto Kiefer 1 Kommentar

In diesem Sommer (vermutlich etwas später, so wie wir Fantasy Flight Games kennen) wird das dritte Rollenspiel aus dem Warhammer 40.000 Universum erscheinen. Last but not least wird “Deathwatch” es endlich ermöglichen, die legendären Adpetus Astartes des Imperators, oder auch Space Marines genannt, in einem Rollenspiel zu spielen.

Die Spannung ist groß, sind doch Dark Heresy und Rogue Trader hervorragende Settings mit den mehr oder minder schon bekannten Regeln. Der Wunsch nach den Stats für Space Marines war sehr groß. Vermutlich wird mit dieser Publikation auch verstärkt möglich werden, die CoSim-Tabletop Gefechte in einen Rollenspielkontext zu übertragen. Gab es bislang schon Stats für etwa Dark Eldar, so werden sicherlich mehr Informationen über andere klassische Gegner der Space Marines veröffentlicht werden.

Bleibt zu hoffen, dass die drei Rollenspiele miteinander kompatibel bleiben, so dass man Gruppen aus allen drei Settings zusammenstellen kann. Rogue Trader spielt etwa fünf Level über Dark Heresy und das Dark Heresy Werk Ascension wird bald neue Level-Up-Möglichkeiten für die Inquisitoren Schüler mit sich bringen. So dass eine Angleichung der Powerlevel im wünschbaren Bereich bleibt.

Das Rollenspiel im Warhammer 40k Universum bleibt spannend.

Star Wars: Dawn of Defiance

6. Februar 2010 Reto Kiefer Keine Kommentare

Star Wars bei Amazon kaufenKeine zehn Tage ist es her, dass Wizards of the Coast verkündet haben, dass sie die Lizenz mit Lucas Arts nicht verlängern wollen und im August definitiv Schluss mit dem d20 Rollenspiel ist. Keine sechs Wochen ist es her, dass die Gruppe, die ich leite beschlossen hat, einmal Star Wars auszuprobieren. Wir stehen sozusagen am Ende des Anfangs oder umgekehrt.

Nichts desto trotz werden wir morgen mit der Dawn of Defiance Kampagne starten und ich bis sehr gespannt wie das werden wird. Neue Regeln, neues Setting und ein Spiel, dessen Umfang schon jetzt bekannt ist. Bis auf ein weiteres Quellenbuch im April und ein paar Minis wird nichts mehr erscheinen. Leute wie ich, die das Zeug sammeln, sollten sich ranhalten, für zwei Bände, die Out of Print sind, werden schon jetzt teilweise Mondpreise verlangt. Erhältliches ist dafür erfreulich günstig, so auch die Minis, die ich gestern auf Ebay ersteigert habe – wenn schon denn schon :)

Ich werde in diesem Blog immer mal wieder sporadisch über den Verlauf unserer Kampagne berichten. Ich bin auch gespannt, wie wir die Regeln im Vergleich zu D&D 4 wahrnehmen werden. Letztlich ist Star Wars Saga Edition ein Hybrid zwischen den alten D&D 3.5 Regeln und der neuen 4. Edition. Vieles in Star Wars erinnert schon an D&D 4, es ist aber noch nicht so sehr streamlined wie dieselbe. Beim reinen Lesen finde ich die Regeln auch als deutlich komplizierter als D&D 4. Man muss mehr wissen was wo steht und es fehlt der Charakter Builder.

Ich kann mir gut vorstellen, dass wir in einigen Hausregeln, kleinere Anpassungen vornehmen werden, die Star Wars näher an D&D 4 heranrücken werden. Etwa bei der Berechnung von Flächenattacken gefällt mir das D&D4 System besser, einfach weil es simpler zu handhaben ist.

Wer die “Dawn of Defiance” Kampagne nicht kennt, sie ist bei den Küstenmagiern frei verfügbar und besteht aus zehn PDFs, die durch die Level 1 bis 20 führen. Angesiedelt ist alles zwischen Episode III und IV: Das Imperium hat an Macht zugenommen und die ersten Widerstände regen sich, die ersten Ausprägungen der Rebellion formieren sich. Hier steigt die Kampagne ein und die Helden werden so zu den Protagonisten des ersten ernsthaften Aufstandes gegen das Imperium. Die Kampagne hat – wie fast alles aus der Saga Edition – Rodney Thompson geschrieben, der jetzt – kleine Randnotiz – an der D&D Essential Reihe kräftig mitarbeitet.

Ich finde es schade, dass das System eingestellt wird, bevor wir es testen können. Als Sammler sehe ich es mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Lachend, weil die Sammelobjekte nun begrenzt und zumeist noch erwerbbar sind, weinend, weil keine dieser toll aufgemachten Bücher in ihrem ungewöhnlichen Format nach April 2010 erscheinen werden.

Ein Jahr D&D4: Ein Resümee

31. Januar 2010 Reto Kiefer 8 Kommentare

Core Rulebooks bei Amazon kaufenVor rund einem Jahr habe ich mir in einem mehr oder weniger spontanen Kauf, die drei Core Rule Books von D&D4 zugelegt, nachdem mich ein kurz vorher getätigter Kauf des Player’s Handbook für die 3.5 Edition relativ kalt gelassen hat. Bei 3.5 hatte ich das Gefühl – ohne es wirklich einmal gespielt zu haben – dass es sich weitestgehend um eine Verkomplizierung der Editionen, die ich selbst noch gespielt hatte (AD&D 1st und 2nd Edition) handelte. Sprich es waren noch mehr spezialisierte Regeln, die einen einfachen Einstieg und Spielgenuss verhindert haben. Hinzu kam eine völlig unüberschaubare Flut von 3.5 Regelwerken und Erweiterungen, die einfach keine Lust machten, wieder in die Welt der Rollenspiele einzusteigen.

Mäßig neugierig las ich dann durch das Player’s Handbook der 4. Edition und war mehr und mehr begeistert. Ein System, was auf Spielbarkeit hin optimiert war und Lust auf Mehr machte. Ich bin dann relativ schnell wieder durch die 4. Edition von D&D 4 auf den Rollenspiel-Zug aufgesprungen und war schneller wieder in der Thematik drinnen, als ich gedacht hätte. Jetzt spiele ich die 4. Edition seit etwa einem Jahr (nach rund 12 Jahren ohne Rollenspiel) und leite seit rund einem halben Jahr wieder eine Runde. Mein vorläufiges Fazit, will ich in diesem Posting dokumentieren. Zu meiner Position sei angemerkt, dass ich die 4. Edition von D&D für mehr als gelungen halte (warum, dazu weiter unten mehr) und ich mittlerweile die Reihe in meine Sammlung aufgenommen habe.

Ich will bewusst keinem Edition-War folgen oder einen Beitrag dazu leisten. Ohne auf die ganzen Pro- und Contra-Argumente einzugehen, will ich nur eine Kritik an vielen Einschätzungen äußern. Eine Konzentration auf ein spielbares Kampfsystem (und sei es mit Miniaturen) stellt keine Aussage zur Tauglichkeit eines Systems auf seine Rollenspielfähigkeit dar. Rollenspiel ist zumeist das, was außerhalb der Encounter stattfindet und wer meint D&D 4 sei ein reines Encounter-Tabletop hat dann doch etwas Entscheidendes verpasst. Die Auseinandersetzung um das vermeintlich richtige Rollenspiel sind schon quasi religiös wie etwa beispielsweise der ewige Disput um die Überlegenheit von Linux über Mac über Windows und vice versa – das langweilt die meisten!

Was mir aber an D&D4 so gut gefällt, lässt sich in folgenden Punkten aufführen:

  • Leichte Erlernbarkeit: Ich habe mit einer Gruppe mit vorgefertigten PCs angefangen und sofort waren die Regeln klar, nach zwei Runden wurden eigene Charaktere erschaffen und mittels Charakter Builders ohne Probleme genutzt. Ich selbst hatte nach rund zwei Stunden raus, wie der Hase läuft.
  • Das Kampfsystem ist sehr streamlined und ermöglicht schnelle aber auch taktisch anspruchsvolle Encounter.
  • Noch nie war das Erstellen von Encountern so einfach, weil keine Gegner mit den komplexen Charaktererschaffungsregeln “gebaut” werden müssen, sondern wesentlich einfacher konstruiert werden können.
  • Die Aufmachung der Monster in den Abenteuern, den Monster Manuals und andern Quellenbüchern ist unglaublich übersichtlich. Man kann die Stats sofort ohne große Überlegungen übernehmen.
  • Durch die ausgefeilten Spielmechanismen lassen sich Encounter in der Schwierigkeit sehr leicht und on the fly der Spielergruppe anpassen.
  • Die Powers machen jede Klasse ähnlich interessant. Vorbei die Zeiten als ein niedrig-stufiger Wizard zweimal am Tag ein “Magic Missile” casten durfte und ansonsten doof in der Gegend rumstand.
  • Das Layout und die Aufmachung der Bücher ist exzellent. Die Informationen sind gut strukturiert und ohne großes Studium in die eigene Kampagne aufzunehmen.
  • Die Klassen und Rassen erlauben mir mehr Vielfalt an gleichwertigen und gleichberechtigten Spielercharakteren als jemals zuvor.
  • Kleriker sind nicht mehr nur mobile Medicenter, sie sind wie jede andere Klasse durch ihre Powers gleichwertige Gruppenteilnehmer. Analoges gilt für so ziemlich jede Klasse.
  • Die vielen Optionen, Builds, Paragon Paths und Powers, die eine Figur erwerben kann machen eine Individualisierung möglich, die ich vorher nicht vermutet hätte.
  • Die Unterteilung in Figuren-Typen (Striker, Controller, etc.) macht die Komposition ausgewogener Spielergruppe leicht. Zumal auch eine weniger ausgewogene Adventurer-Party noch richtig effektiv sein kann.
  • Die Konzentration auf Minis in den Encountern ermöglicht strategisches Vorgehen und eine übersichtliche Austragung von Konflikten. Es ist für alle einfach anschaulicher, wenn eine übersichtlicher Floorplan samt Positionen der Beteiligten vorhanden ist.
  • Das Skill-System ist deutlich vereinfacht und ermöglicht so ein einfacheres Bauen der Charaktere sowie ein schnelleres Abhandeln von Skillchecks.
  • Die Skill-Challenges sind ein gutes System, um für nicht Kampfencounter angemessene XPs zu erhalten und Herausforderungen zu bauen . Die Regeln sind spätestens mit dem DMG 2 sehr ausgewogen und einfach anzuwenden.
  • Der am Anfang eher spärlich gestreute Fluff zu Gunsten der Core Mechanics ist von Band zu Band erweitert worden. Mittlerweile gibt es ausreichend Hintergrundinformationen, die beim Story-Building hilfreich sind.
  • Die Bücher sind in einem frischen Layout und hervorragend illustriert. Es macht Spaß sie zu lesen und im Regal stehen zu haben.
  • 51xVGPo6TIL._SL160_Die Preise sind moderat und durch Bundle-Aktionen, wie die beiden Player Handbooks zu Weihnachten zusammen für rund € 20, machen das Spiel auch unter finanziellen Aspekten attraktiv.
  • Auch wenn ich es nicht nutze, können für manche Spieler die separat zu erwerbenden Power Cards ein willkommene Spielhilfe sein.
  • Die Softwaretools – besonders der Character Builder – sind wirklich hilfreiche Tools, besonders mit dem Ausdruck der quasi “Power Cards”. Auch der Monster-Builder und die Encyclopedia sind ihr Geld wert. Nur schade, dass die Tools als .Net Versionen Windows zwingend voraussetzen und uns Mac User zum Einsatz einer Virtualisierungslösung zwingen.
  • Die Entscheidung mit dem D&D Insider Abonnement die Publikationen Dragon und Dungeon als PDF zu verkaufen ist für uns Kontinentaleuropäer mehr als gut. Massenhaft hochwertiger Content (plus die Softwaretools) für weniger als einen 5er im Monat ist schon ein exzellenter Deal.

Die Liste der Gründe, warum mir die 4. Edition von Dungeons & Dragons so gut gefällt, könnte ich sicher noch erweitern. In den letzten zwölf Monaten habe ich mich in eine Vielzahl an neuen Systemen eingelesen und keines erlaubt ein so einfaches und unkompliziertes Spielen wie D&D4. Wizards of the Coast ist damit ein ganz großer Wurf gelungen und mit der im letzten Quartal 2010 erscheinenden D&D Essential Serie werden sicher auch eine Menge neuer Spieler für das good old Pen & Paper Game gewonnen – es hätte es verdient.

i4e: D&D4 Charakterverwaltung mit dem iPhone

30. Januar 2010 Reto Kiefer 2 Kommentare

i4eEntgegen meinen Gewohnheiten habe ich wieder mal eine Anwendung im Appstore gekauft, und diesmal gibt es leider keine Trialversion. Die Beschreibung klang recht gut: Verwaltung seiner D&D 4 Charaktere auf dem iPhone. Trackingmöglichkeiten über Hitpoints, Powers, Healing Surges etc. Es schien der ideale Begleiter für unterwegs zu sein. Das interessanteste Feature war jedoch der Import der Dateien aus dem D&D Character Generator von D&D Insider.

Ich habe mir dann für € 2,99 die App i4e geshopped und war angesichts der vielen verwaltbaren Daten erst einmal positiv überrascht. Die Datenverwaltung ist jedoch eine völlig “dumme” Datenbank. Nichts wird automatisch berechnet, man muss Rassen und Klassennamen als Freitext (?!?) eingeben und lauter solchen Bullshit mehr. Der Import der Character Builder Dateien funktioniert (clever gelöst) über einen Webdienst des Herstellers, zu dem man seine Charaktere hinschickt, die App holt sie sich dann die Dateien von dort und importiert sie.

Aber auch hier leider wieder nur halb so gut, wie man es erwartet hätte. Der Import klappt zwar gut, aber es wird nicht alles importiert, gerade die Daten, die nicht in den Character Builder Dateien gespeichert werden, fehlen. Man muss also die Werte seiner ganzen Powers größtenteils von Hand nachtragen und auch das stört gewaltig.

Wertung (2 / 10): Summa summarum ist die Anwendung nur für Leute gedacht, denen es Spaß macht nahezu alles von Hand in die Anwendung zu tippen und dann dort zu verwalten. Zu dieser Gruppe gehöre ich nicht, für mich ist die Anwendung ein klares Fail – und ein relativ teures dazu.

Und sie bestärkt mich in meiner Ansicht, dass ich an einem Tisch, an dem Pen & Paper gespielt wird, weder ein MacBook, noch ein Netbook, noch ein iPhone stehen haben will, sondern lieber mit Stift und Papier arbeite.

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Das Ende des Star Wars Rollenspiels

29. Januar 2010 Reto Kiefer Keine Kommentare

Star Wars bei Amazon kaufenWizards of the Coast haben gestern mitgeteilt, dass sie das Star Wars Rollenspiel einstellen werden, weil sie die Lizenz mit Lucas Arts nicht verlängern wollen. Unsere Gruppe hatte sich gerade entschieden, die Saga Edition einmal auszuprobieren und mir persönlich sagen die Regeln sehr zu. Ich finde die D&D 4 Regeln zwar noch einen Tick smoother aber Star Wars Saga Edition werden wir trotz der schlechten News antesten.

Bleibt die Frage, was das für den Sammler bedeutet. Ich habe mir bis dato nur ein paar Bücher zum Spielen zugelegt, aber das Quellenbuch “Starships of the Galxy” wird zum Teil schon deutlich über € 50 gehandelt. Es kann auch sein, dass die Bände, die noch nicht out of print sind, deutlich günstiger werden.

Die Küstenmagier geben an, dass die Wirtschaftskrise der Grund sei, warum die Lizenz nicht verlängert wurde. Aber leider bleibt es in dem Statement offen, ob sich das System als solches nicht mehr rechnete oder Lucas Arts die Preise für die Lizenz angehoben haben. Vermutlich wird es eine Mischung aus beidem sein.

Eine gute Nachricht aus der Star Wars Galaxie gibt es aber dennoch: Bis zum Einstellen der Linie wird noch ein Quellenbuch und zwei Mini-Sets erscheinen. Das endgültige Ende wird dann der August sein – schade auch…