Rogue Trader Spielbericht: Dark Frontiers

Ich hatte vor ein paar Wochen die Gelegenheit in eine Rogue Trader Runde einzusteigen, und endlich einmal ein Rollenspiel aus dem Warhammer 40.000 Universum zu spielen. Als ein großer Fan von Dark Heresy und Rogue Trader (und sicher auch von dem bald erscheinenden Deathwatch), der die Bücher alle im Schrank stehen hat, war meine Erwartung groß an die Welt und das System.

Auch wenn ich kein großer Fan von d100 Systemen bin, muss ich sagen, dass es durch das Power Level von Rogue Trader Spaß gemacht hat. Es ist straight-forward und leicht zu erlernen.

Die Gruppe mit der ich spielte hatte bereits das frei erhältliche Einsteiger-Abenteuer Forsaken Bounty hinter sich gebracht und wir spielten nun Dark Frontier. Das Abenteuer war gut aufgemacht: Unser Schiff strandete in der Nähe einer Raumstation von der Größe eines kleineres Planeten, die eindeutig Xenos-Urspung war. Die Station zog auch andere Raumschiffe an, die im Orbit um die Station fest hingen.

Neben den vielen Wracks ließen sich zwei Punkte mit Leben ausfindig machen. Ein Schiff einer Sekte und eine Siedlung von Gestrandeten gewährten Überlebenden einen kleinen Lebensraum. Durch Gespräche und Verhandlungen mit den beiden Parteien ließ sich herausfinden, dass sich das Energiefeld, welches die Schiffe festhält durch eine Bombe zerstören lässt, die man an einer bestimmten Stelle der Station platzieren musste. Die Bombe war vorhanden, das Problem war jedoch, dass um die Station herum wespenähnliche Drohnen flogen, die jede Annäherung an die Station zunichte gemacht hätten – schmerzhafte Erfahrungen mit den Siedlern bezeugten dies glaubhaft.

Wir haben es letztlich doch geschafft auf die fremdartige Station zu kommen, in dem wir vom Schiff einer anderen Rogue Traderin aus, die Zuflucht bei den Priestern der Sekte gefunden hatte, Sperrfeuer legten und uns so den Weg zum Fortress freischießen ließen. Taktieren und Paktieren mit beiden Gruppen, die sich feindselig gegenüber standen machte dies möglich.

Als einzigen Kompromiss mussten wir eine Gruppe aus der Siedlung mitnehmen, die die Bombe trugen. Auf der fremdartigen fast völlig schwarzen Station angekommen machten wir uns auf den Weg zu dem Turm, auf dessen Spitze wir die Bombe platzieren mussten. Unterwegs machten uns Labyrinthe mit Xenos-Symbolen zu schaffen, die uns fast in den Wahnsinn trieben. Auch eine Gruppe von Shardspiders erschwerte uns den Gang zum Turm, sie hielt uns aber nicht wesentlich auf.

Einmal auf der Spitze des Turmes angekommen, mussten wir gegen einen gigantischen Bone Warden antreten, ein Wesen, dass aus lauter Knochen bestand und durch üble Xenos Warp Magie angetrieben wurde. Hier machte sich das fortgeschrittene Equipment von Rogue Trader bemerkbar. Sowohl die Naval Shotgun meines Void Masters als auch der Bolter unseres Explorators richteten in kürzester Zeit so heftigen Schaden an, dass der Bone Warden schnell in sich zusammen fiel.

Die Bombe wurde platziert und wir machten uns auf den Rückweg. Leider hatten unsere Begleiter, die im Kampf mit den Shardspider und dem Bone Warden alle umgekommen waren eine Sprengfalle gelegt, die keiner unserer Gruppe auch nach Ausgabe von Fate Points entdeckte. Dummerweise schaffte neben mir noch ein weiteres Mitglied der Crew einen Agility-Check nicht und wir beide mussten einen Fate-Point ausgeben, um nicht zu sterben.

Auch wenn meine Figur nur Dank des Verbrennens eines Fate Points überlebte hat die Runde einen Heidenspaß gemacht. Der Spielleiter gestaltete das Stranden im Warp sehr plastisch, die Gefahr, dass das Schiff bersten konnte trieb uns an. Dann der diplomatische Teil, zwischen den beiden Parteien zu verhandeln und zu taktieren war wunderbares Rollenspiel. Und schließlich die Exploration der Xenos-Station war spannend und die Encounter herausfordernd. Wir haben die Kämpfe sogar ohne Battlemat ausgefochten, was nach einem Jahr D&D und Star Wars überraschend gut funktioniert hat.

Rogue Trader spielt sich sehr gut und das Setting des Entdeckens und Auskundschaftens von fremden Artefakten und Planeten ist unheimlich vielversprechend und spannend. Das System spielt sich leicht, man braucht letztlich nicht viele Regeln. Wir mussten zwar noch manches nachschlagen aber das Spiel war flüssig. Wir werden mit der Mannschaft hoffentlich noch weitere Entdeckungsreisen mit der Sovereign Venture in der Koronus Expanse unternehmen.

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