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Artikel Tagged ‘Kampagne’

Spielen und Sammeln in 2010

15. Januar 2010 Reto Kiefer 1 Kommentar

Das neue Jahr ist ja nun schon ein paar Tage alt und es wird Zeit, sich damit zu befassen, was ich dieses Jahr spieltechnisch alles machen will. Der Artikel ist natürlich nur eine Art grobe Planung, wenn ich die Chance habe an einer interessanten Runde teilzunehmen werde ich das auch spontan tun. Oder ich entdecke für mich ein neues System, welches ich vorher nicht kannte und ganz toll finde.

Ich will in jedem Fall dabei bleiben, dass ich mindestens zwei Mal im Monat – vielleicht auch noch öfter – spielen werde. Momentan macht mir das Leiten mehr Spaß als das Spielen, so dass ich meiner D&D 4 Gruppe, die ich leite, den Vorrang einräume und mit dieser Gruppe wie bisher zwei Mal im Monat zocke. Alles andere soll an zusätzlichen Terminen stattfinden. Was das andere alles ist, beschreibe ich im nächsten Absatz.

Neben D&D 4, ein System mit dem die Gruppe und ich einen wahnsinnigen Spaß haben, würde ich gerne etwas düsteres spielen, etwas investigatives – auf jeden Fall etwas mit modernen Schusswaffen, vielleicht auch im CP/SF Genre angesiedelt, als da wären:

  • Cthulhu Now, wobei ich aber das System von Call of Cthulhu nicht so prall finde. Zu schnell sterben Charaktere oder drehen unwiderruflich durch. Daher dache ich daran die Nocturnum Kampagne zu spielen, aber mit den Regeln aus “Realms of Cthulhu”, welches eine Savage World Extension ist. Dadurch, dass es Regeln für heroisches und düsteres Spiel gibt (sowohl in Sachen Kampf als auch in Sachen Wahnsinn) kann man durchaus ein etwas Encounter orientiertes Spiel haben und trotzdem mit dem Horror des Mythos arbeiten. Die ganzen Quellenbücher von CoC kann man übernehmen, nur die Regelmechanik wird ersetzt.
  • Dark Heresy / Rogue Trader spricht mich vom Setting und der Thematik unglaublich an. Was mir ein wenig missfällt, ist dass die ganzen Warhammer Spiele ziemlich tödlich sind. Aber trotzdem werde ich versuchen eine Kampagne im Calixtis Sektor zu etablieren.
  • CthulhuTech ist wie im vorangegangenen Artikel beschrieben meine absolute Entdeckung des letzten Jahres und ich werde unbedingt versuchen eine Runde damit zu spielen oder zu leiten. Das System und das Setting sind sehr attraktiv: Stellt euch einfach vor, die großen Alten und die kosmischen Wesen haben endlich damit begonnen, die Welt zu übernehmen oder zu zerstören und die Menschheit kämpft mit riesigen Mechas und Geheimdiensten gegen die Gefahr aus dem All, gegen uralte Magie und Geheimbünde, die die verbliebenen Alten wieder erwecken wollen.
  • Vielleicht spiele ich auch einfach mal wieder eine Runde Shadowrun in der 4th Edition, um der guten alten Zeiten willen (habe die 1st und 2nd Edition gespielt) und weil das Setting dann doch immer wieder interessant ist.

In Sachen Konsum werde ich wohl wieder über die Stränge schlagen:

  • Ich bin auf ziemlich alles in Sachen D&D 4 gespannt, vielleicht bis auf das Dark Sun Kampagnen Setting. Da es keine neunen D&D Minis mehr geben soll, kann ich mehr Geld in die Bücher stecken – auch nicht verkehrt.
  • Dark Heresy und Rogue Trader werde ich aus Gründen des Interesses am Spiel und der schön aufgemachten Bücher auch sicher weiterkaufen.
  • Und wenn es neue Supplements von CthulhuTech geben sollte bin ich sicher auch dabei.
  • Mit Eclipse Phase liebäugele ich auch, ich habe aber an sich genug düstere SF / NF Settings, die ich erstmal spielen möchte.

An Sachen, die noch nicht erschienen sind interessiert mich das Rollenspiel zu den Dresden Files nach der Romanvorlage von Jim Butcher. Auch die Umsetzung des Solomon Kane Settings in ein Rollenspiel wird interessant, zumal letzteres auf dem mir sehr sympathischen Savage Worlds System aufbaut.

Und halt alles Interessante, was noch so kommen mag. Eine Sammlung kann ja nie groß genug sein, und wenn man die schönen Bücher mag…

Und wenn sich jemand auch für die Systeme / Settings interessiert, die ich aufführe und dann noch aus dem Rhein-Main Gebiet (vorzugsweise Wiesbaden oder Mainz) kommt, dann meldet Euch doch einfach bei mir: reto.kiefer@gmail.com.

Rezension: Dungeon Master’s Guide 2 (D&D 4)

23. Oktober 2009 Reto Kiefer Keine Kommentare

DMG 2 bei Amazon kaufenUm es gleich vorweg zu nehmen, der Dungeon Master’s Guide 2 ist eines der besten Rollenspielbücher, das ich je in der Hand hatte und gelesen habe. Wizards of the Coast haben es geschafft, ein ideales Buch für Spielleiter zu veröffentlichen.

Das Buch bietet neben hervorragenden Informationen zur Gestaltung von Kampagnen und Abenteuern vieles, was in vorherigen Publikationen verloren ging und jetzt erst wieder verstärkt in den Mittelpunkt gerückt wird: der Fluff. Dieses neben den Game Mechanics mindestens genauso wichtige Gebiet wird im Sinne von Anleitungen, wie man selbst Kampagnen, Hintergrundgeschichten und -informationen erzeugt ausführlich beackert. Heraus kommen wirklich gelungene Tippsammlungen für DMs, von denen selbst erfahrene DMs noch einiges lernen können. Schwerpunkt der Informationen ist die Paragon Ebene, also Abenteuer und Kampagnen für die Level 11 bis 20.

Ein Kapitel widmet sich den Skill Challenges und beseitigt nun alle Fragen und Unklarheiten, die im ersten DMG noch blieben. Mit dem DMG 2 werden Skill Challenges endlich ein einfaches aber wirkungsvolles Spielinstrument.

Mir selber gefallen die Abschnitte zu Monster Themes und Templates sehr gut, weil man hier mit wenig Aufwand individuelle Monster für Encounter erstellen kann. Themes sind Fluff plus passende Powers, die auf Monster und NPCs angewandt werden können. Will man bspw. einen Raid gegen einen Orcustempel planen, kann man mittels des Follower of Orcus Templates den Gegnern ein einheitlich stimmiges Powerset mitgeben und ggf. noch fluffbasierte Auffälligkeiten (etwa zwei Köpfe bei Demogorgon Followern). Die Templates sind eine Fortsetzung aus dem DMG 1 und man kann sich als Spielleiter nur mehr davon wünschen. Die neuen Klassen aus dem PHB2 und dem FRPG /EPG finden in den Templates selbstverständlich auch ihren Platz.

Gegen Ende des Buches geht es dann neben neuen Artefakten nochmals konkreter um Paragon Abenteuer und Kampagnen. Ein Beispielabenteuer samt Setting in der Stadt Sigil macht klar, dass Paragon Abenteuer durchaus auch auf anderen Existenzebenen spielen sollen, denn Sigil ist eine Stadt “at the center of the multiverse”.

Wertung (10 / 10): Layout, Druck und Illustrationen sind wie bei der 4. Edition üblich auf sehr hohem Niveau. Der Inhalt ist erstklassig, so ziemlich jeder DM wird hier Massen an sinnvollen Informationen finden. Auch die Chance zur Korrektur von Unklarheiten aus dem ersten DMG wurde genutzt ebenso sehr wie die guten Ideen von dort fortzuführen. Hinzu kommt, dass das Lesen des DMG 2 einfach Spaß macht macht und man an so vielen Stellen auf gute Ideen gebracht wird. Es ist das erste Buch, das ich mit einer 10 bewerte, aber verdient wie ich meine.

Rezension: Forgotten Realms 4th Edition

4. Oktober 2009 Reto Kiefer 3 Kommentare

FR Campaign Guide bei Amazon kaufenDie Forgotten Realms – oder kurz die Realms – sind einer der Klassiker an Kampagnenwelten. Ich habe bereits – neben World of Greyhawk – die Realms im Rahmen der 2nd Edition von AD&D gespielt und geleitet. Trotz der langen Pause, sind Namen wie Elminster, Cormyr, Waterdeep, Zhentarim, Arabel, die Dales, die Red Wizards of Thay und vieles andere mehr in mein Gedächtnis der Geschichten und Mythen übergegangen.

Wizards of the Coast haben die Realms in zwei Bänden (und einem Abenteuer) veröffentlicht. Neben dem Campaign Guide gibt es noch den Player’s Guide, der alle relevanten Informationen für Spieler in diesem Band behandelt.

Nach dem kompletten Überspringen der D&D Editionen 3 und 3.5 und meinem Einstieg jetzt in Dungeons & Dragons 4 war ich natürlich neugierig, wie sich die FR heutzutage spielen. Ein Blick in die Blogosphäre vermittelte den Eindruck, dass mit FR4 ein Schisma durch die Spielerwelt geht – analog zu dem Disput um das bessere System zwischen 3.5 und 4 Anhängern – nur eben aus anderen Gründen.

Und ja ich kann es durchaus verstehen, dass das Buch kontrovers diskutiert wird. Für die alten Fans von Elminster und seinen Geschichten wird das, was ich FR4 präsentiert wird, kaum akzeptabel sein – auch wenn Ed Greenwood am Rande noch mitgearbeitet hat. Es ist eine totale Veränderung der Realms: Geographisch, Magisch und Metaphysisch.

Die Katastrophe der Spellplague, die das Angesicht von Faerûn veränderte, entstand als die alte Göttin der Magie Mystra ermordet wurde und Toril in einer bestimmten Position zu seinem Zwillingsplaneten Abeir stand. Die Auswirkungen der Spellplague – die etwa 100 Jahre vor der aktuellen Zeit ausbrach, das ist auch der Zeitraum, der auf den FR seit der 3.5er Edition vergangen ist – waren, dass sich die beiden Zwillingswelten miteinander verbanden. Diese geographischen Auswirkungen brachten etwa einen neuen Kontinent hervor, von dem die Drachengeborenen herstammen aber brachten auch einschneidende Veränderungen auf Faerûn. Das alte Reich Netheril ist an der Stelle Anaurochs auferstanden und im Süden der Sea of Fallen Stars hat sich in Ländergröße die Erde aufgetan und bringt das Underdark näher an die Oberfläche. Die alte Magie wirkt nicht mehr, viele Magier und magische Gegenstände verloren ihre Mächte. Die Spellplague ließ viele Wesen mutieren, wahnsinnig werden oder einfach sterben. Das Pantheon und die Kosmologie haben sich verändert, neben Toril gibt es die aus anderen 4th Edition Büchern bekannten Parallelwelten Feyland und Shadowfell. Und noch so vieles andere hat sich verändert, dass man noch viel mehr Platz bräuchte als für diese kurze Zusammenfassung. Um es aber genreuntypisch zu sagen: Die Realms sind jetzt eine postapokalyptische Fantasy-Welt, eine Welt in der die Apokalypse in Form der Spellplague über die Welt hereinbrach und kaum einen Stein auf dem anderen gelassen hat.

Ja man kann sagen, es sind nicht mehr die Realms wie ich sie aus meiner Jugend kenne. Und man kann auch sagen, dass dies gut so ist! Die Küstenzauberer haben es geschafft, die Realms in ihrer vierten Iteration vollkommen auf das neue System anzupassen. Faerûn ist ein düsterer und härterer Ort geworden. Neue Gefahren lauern fast überall und die hoch entwickelte Zivilisation der alten Realms gibt es so nicht mehr. High Fantasy wurde gegen das Points of Light Konzept getauscht. In einer gefährlichen Umwelt gibt es lichte Punkte des Friedens und der Zivilisation, die aber ständig bedroht werden. Das passt ideal in die Kampagnenausrichtung der 4th Edition von D&D. Die Charaktere sind Helden, die von der normalen Bevölkerung im freundlichsten Fall als verrückt angesehen werden , sich den Gefahren auszusetzen – wenn sie nicht gar für gefährlich gehalten werden.

Mir gefallen die neuen Realms und mir gefällt auch die Aufmachung sehr gut. Im bekannten 4th Edition Layout und Stil ist dieses 288 Seiten starke Buch ein idealer Einstieg in die neuen Realms. Neben einem Einstiegsabenteuer, einigen Kapiteln zur Geschichte, Magie und den Göttern kommt ein sehr großer Teil, in dem Faerûn beschrieben wird. 153 Seiten widmen sich den Reichen und Gegenden auf deder Welt. Neben den Gebieten selbst sind auch markante Punkte beschrieben und nahezu zu jedem Gebiet gibt es Einstiegspunkte für Abenteuer. Hier leistet das Buch Erhebliches, es beschreibt nicht nur die Welt sondern gibt zu jedem Zipfel auch noch Abenteueranlässe. Ich favorisiere diesen Teil, weil sofort klar ist, was neu ist und wie sich diese Gebiete anfühlen.

Auch das Underdark und die Länder jenseits der Realms beschrieben besonders der zurückgekehrte Kontinent Abeir. Auch hier finden sich zig Anknüpfungspunkte für Abenteuer. Die Abschnitte über das Underdark sind so detailliert, dass man dort sofort Abenteuer spielen lassen kann – und es macht Lust auf das im Januar 2010 erscheinende Suplement “Underdark”, das in generischer Form das Leben und die Wesen unter der Oberfläche behandeln wird.

FR Player's Guide bei Amazon kaufenDer dazu passende Player’s Guide sind die Realms für die Spieler. Neben neuen Rassen und Klassen (etwa Drows und Swordmages) finden sich die Informationen über die Welt, wie sie für Spieler wichtig sind. Eine nette Idee sind die Boni, die eine Figur erhält, wenn sie aus bestimmten Gegenden der Reiche stammt. Die beiden Bücher sind zusammen das ideale Gespann, um sich die Forgotten Realms in der eigenen Spielrunde zu erschließen. Etwas, was man von dem FR Adventure “Scepter Tower of Spellguard” leider gar nicht sagen kann.

Wertung (9/10): Der Forgotten Realms Campaign Guide und der dazugehörige Player’s Guide  sind hervorragende Bücher. Sie ermöglichen einen sofortigen Einstieg in die Realms, wie sie für die 4. Edition ausgelegt sind. Ich finde die Änderungen sehr gut und sie kommen meiner Erwartung an eine Fantasy Welt näher als die auf High Fantasy gezüchteten Gutwelten. Das Points of Light Konzept, das mit D&D4 eingeführt wurde, ist hervorragend umgesetzt und die Bedrohungen effektvoll in Szene gesetzt. Die Idee das Genre des Postapokalyptischen auf eine Fantasy-Welt anzuwenden ist gelungen. Auch die Karte gefällt mir i.U. zu einigen anderen gut. Einziger Kritikpunkt (daher nur 9 Punkte) ist das Abenteuer zu Beginn des Buches im Campaign Guide. Es macht zwar Lust darauf in Loudwater zu spielen, aber es gehört nicht an den Anfang des Buches und man hätte die 32 Seiten für wesentlich Sinnvolleres nutzen können.

Bei dieser Wertung ist mir klar, dass sie Fans der alten Realms und des alten D&D deutlich anders ausfallen lassen würden. Aber es ist meine Meinung zu einer neuen, großartigen Kampagnenwelt. Nur schade, dass sich die Wizards dazu entschieden haben, außer kleineren Veröffentlichung für DND Insider Abonnenten keine weiteren Supplements neben den bereits erschienen zu veröffentlich und statt dessen auf das – auch attraktive – generische Points of Light Konzept zu setzen.

Fluff oder Stuff? Natürlich beides!

19. September 2009 Reto Kiefer 1 Kommentar

In der IT Branche gibt es eine Veranstaltungsreihe, die nennt sich “No fluff, just stuff”, was sich salopp in kein Gelabere, nur die reinen Fakten übersetzen lässt. In dem Zusammenhang macht es ja auch Sinn. Aber wollen wir beim Rollenspiel auch immer nur Stuff, oder macht nicht gerade der Fluff das Salz in der Suppe aus?

Wie immer gibt es da zwei Antworten, die sich auch am Spielertypen festmachen lassen. Die Game Mechanics und Rules Lawyers werden in der Regel mehr auf Stuff stehen und die Rollenspieler eher auf Fluff. So war im ersten Moment vom Player’s Handbook 1 etwas enttäuscht, was kaum Regeln zum Hintergrund einer Figur mitbrachte, ein Zustand der sich erst mit dem PHB 2 und den diversen “… Power” Bänden löste.

Auch die Angaben im Dungeon Master’s Guide zu der Welt / der Kampagne, in der D&D spielen soll, sind eher sparsam und vor allem sehr generisch. Das ändert sich erst wenn man etwa den Forgotten Realms oder Eberron Campaign Guide aufschlägt. In den entsprechenden Player Guides finden sich dann auch wieder die fluffigen Hintergrundbeschreibungen für Charaktere und Spielwelt.

Aber auch die generische “Points of Light” Kampagne von DnD4 erhält viel Fluff. Man erhält zwar keine feste Karte mit Reichen und einer kontinuierlichen Geschichtsschreibung wie etwa in FR oder Eberron. Aber durch die vielen Zusatzbände, wie Manual of the Planes, Open Grave und nicht zuletzt die Vielzahl von Abenteuern, seien es käufliche oder welche aus dem Dungeon Magazine, hat man im Laufe der Zeit eine detaillierte und farbenfrohe Spielwelt vor sich, die man nach eigenem Belieben noch ergänzen und erweitern kann. Die Wizards of the Coast reagieren auch auf dieses Fluff-Defizit, wie man ganz deutlich an den Unterschieden bei Adventurer’s Vault 1 zu Adventurer’s Vault 2 sieht. Nicht nur sind in Band 2 viele Hintergrundinformationen zu einzelnen Gegenständen mitgeliefert, sondern die Item Sets schreien gerade dazu nach, sie in Kampagnen und Abenteuern einzusetzen, gerade mit den detaillierten Informationen zur Geschichte der Sets.

DnD4 hat eine sehr ausgewogene Mischung aus Stuff and Fluff. Was zu Beginn an Fluff fehlte, wird in den jüngeren Veröffentlichungen nachgeholt. Vor diesem Hintergrund sind Äußerungen, wie DnD4 sei gar kein Rollenspiel mehr, mehr als lächerlich. Aber die Wizards vernachlässigen auch nicht den die harten Regeln – nahezu jedes Supplement erweitert und ergänzt die Core Rules um interessante und sinnvolle Neuerungen.

Nächstes Campaign Setting für DnD4: Dark Sun

2. September 2009 Reto Kiefer Keine Kommentare

Es wird vermutlich kaum jemand noch nicht mitbekommen haben, aber nach Forgotten Realms und Eberron wird “Dark Sun” das dritte Campaign Setting für die vierte Edition von Dungeons & Dragons. Nach Angaben wurde Dark Sun “by popular demand” ausgewählt, was ich nicht so ganz nachvollziehen kann.

Rein persönlich erschien mir das Dark Sun Setting für AD&D 2nd Edition seinerzeit als ein zu öder Platz um dort zu spielen. Ich mochte keine Kampagne, in der die Umwelt den Lebewesen grundsätzlich feindlich eingestellt ist. Außerdem fand ich die Verschmelzung von Fantasy und Mad Max Thunderdome derart lame, dass ich mir trotz meines Sammelns den Kauf von Dark Sun seinerzeit gespart habe – ok ich fand die Max Max Filme auch schlecht.

Ich habe auch schon Quests gespielt, in denen es kleine “Inseln” gab, in denen man sich aufhalten konnte und alles drum herum war Ödnis und lebensfeindlich. Das kann man mal in einer Quest bspw. in einer Wüste oder gar auf einer der Planes spielen, aber ein ganzes Campaign Setting scheint mir dafür nicht geeignet. Auch die damit verbundenen Klassen wie etwa einen Gladiator finde ich zu wenig flexibel – sprich ich mag das ganze Setting nicht.

Jetzt entscheide aber nicht ich, sondern andere. Und die Wizards of the Coast haben sich für Dark Sun entschieden, was auch irgendwo Sinn macht. Wenn die Nachfrage nach dem Setting so groß war, ist es ehe klar. Aber die lebensfeindliche und kampforientierte Welt von Dark Sun (namentlich Ahas) kommt auch der Ausrichtung von DnD4 mit dem Schwerpunkt auf Auseinandersetzungen entgegen. Auch regeltechnisch soll sich einiges besser in DnD4 abbilden lassen.

Und wer Dark Sun nicht mehr / noch nicht kennt, dem sei folgendes Zitat von James Wyatt ans Herz gelegt, der das Setting in wenigen Sätzen gut beschreibt:

Dark Sun is a sort of post-apocalyptic fantasy, a world that’s been blasted and ravaged by out-of-control magic. The arcane magic of the world draws its power from the life force of things around it, and if it’s not wielded carefully, it can transform nearby plant life into ash and drain other living creatures of their vitality. That’s why the world is a desert, its civilizations concentrated in a handful of city-states ruled by evil sorcerer-kings and its wilderness haunted by marauding nomadic bands.

The gods of the setting are absent or dead, replaced by elemental spirits tied to the ancient primordials. Shamans and other primal characters draw on the forces of sun, sand, wind, and precious rain. Wizards practice their magic in secret or openly serve the sorcerer-kings. And psionic power is more common than on other worlds — which is handy, since this setting will come out a few months after Player’s Handbook 3, which introduces the psionic power source.

Dark Sun für DnD4 wird in 2010 erscheinen, näheres ist noch nicht bekannt. Ob ich mir das Campaign Setting zulegen werde oder nicht kann ich noch nicht entscheiden. Obwohl ich von DnD4 bisher sehr angetan bin und schon einiges an Büchern habe, bleibe ich bei Dark Sun skeptisch – auch wenn alleine die Illustrationen sehr ansprechend sind.

Ich hätte mir von den Wizards auch eher gewünscht, ein moderneres Setting als Dark Sun rauszubringen. Letztlich ist Dark Sun ein Aufguss aus vergangenen Tagen, etwas mehr Innovation, wie es beispielsweise Eberron stellenweise unternimmt, wäre mehr nach meinen Geschmack gewesen.