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Vorstellung: Das etwas andere “Monster” Manual

25. Juni 2010 Reto Kiefer 2 Kommentare

Schaut man sich herkömmliche Monster-Handbücher, Codices und Bestiarien an, wird versucht möglichst viele Gegner auf den vorhanden Platz zu bringen. Beim Monster Manual 3 von D&D 4 sollen es auf 224 Seiten rund 300 Gegner sein, bei Pathfinder ist es ähnlich da enthalten die Bestiaries auf etwas mehr als 300 Seiten 350 Kreaturen und Gegner.

Ganz anders dagegen das Gegner-Buch für das auf Savage Worlds aufbauende Rollenspiel “The Savage Tales of Solomon Kane”. Das Werk “Savage Foes of Solomon Kane” bietet auf 160 durchgehend farbigen Seiten gerade einmal 21 (!) Gegner. Und trotzdem ist das Buch ausgezeichnet! Ganz im Geiste der Kurzgeschichten des Solomon Kane Schöpfers Robert E. Howard, wird jeder Gegner im Rahmen einer kleinen Geschickte (Tale) vorgestellt. Diese Teils sind letztlich fertige Abenteuer, die aber auch nur zur Inspiration oder als Abenteuer Hook zu verwenden sind.

Mehr Klasse statt Masse, könnte das Motto des Buches sein. Aber das Konzept geht auf, wie ich finde. Abenteuer, die genau auf einen Gegner zugeschnitten sind, haben ein besonderes Flair und einen ureigenen Charakter. Der Fluff, der bei vielen anderen Gegner-Sammlungen dürftig ist, steht hier im Mittelpunkt. Und die Gegner Solomon Kanes sind sehr interessante Wesen. Von bekannten Imps hin geht es über diverse neue und unbekannte Kreaturen und den mörderischen Geschwistern Borgia bis hin zu einem Buch als Gegner.

Wer Solomon Kane nicht kennt, dem sei folgender Artikel in der Wikipedia empfohlen und der aktuelle Film, der Ende Juni als UK-Import erhältlich ist, wenn er denn nicht doch noch in unsere Kinos kommen sollte.

Wertung (7 / 10): Das Buch ist für jeden Spielleiter, der Soloman Kane leitet eine Pflichtanschaffung. Für andere, die das Setting oder die Romane und Geschichten lieben, bietet das Buch auch einiges, da die Gegner nahe an den literarischen Vorlagen entwickelt werden. Das Hardcover-Buch ist klassisch gelayoutet und macht einen handwerklich durchschnittlichen Eindruck. Die Illustrationen sind nicht so üppig gehalten wie in manch anderen Büchern. Aber das Konzept um jedes Wesen herum eine Geschichte / ein Abenteuer zu stricken halte ich für absolut überzeugend. Und es ist wieder eine weitere gelungene Publikation aus dem Umfeld des Savage World Universums.

Randbemerkung: Immer auf die Kobolde (D&D4)

20. Dezember 2009 Reto Kiefer 2 Kommentare

Kaum eine D&D Einsteigerrunde mit dem viel versprechenden Level 1 kennt sie nicht: Kobolde. Sie sind die ultimativen weil entsprechend schwachen Gegner für 1st-Level Gruppen. Dadurch, dass sie jeder kennt und fast jeder gegen sie gekämpft hat mag der Eindruck von Langeweile entstehen, wenn man diese kleinen drachenverwandten Humanoiden in Gruppen trifft. Das Monster Manual 1 von D&D4 gibt einige Variationen an Kobolden an, die schon eine gewisse Vielfalt erlauben und so Einsteiger-Encounter interessanter und auch gefährlicher machen.

Sind die meisten Koboldvarianten aus den Leveln 1 und 2 kommt mit dem Kobold Wyrmpriest ein Level 3 Artillery Gegener hinzu, der sowohl mit Incite Faith seinen Kameraden Vorteile verschafft aber auch mittels seines Energy Orb oder Dragon Breath gut Distanzschaden austeilen kann. Der Kobold Slyblade, ein Level 4 Lurker, ist in den Standardregeln mit der gefährlichste Gegner aus dem Koboldbau.

Aber selbst eine gute Mischung dieser Antagonisten ist selbst für 1st Level Gruppen noch nicht wirklich eine große Herausforderung, ein Zustand, der sich natürlich auch in den kommenden Leveln nicht bessert.

Dragon Magazine Annual bei Amazon bestellenDie Küstenmagier haben diesem Zustand mit einem Dungeon-Artikel abgeholfen: “Creature Incarnations: Kobolds” ist auch im Dragon Magazine Annual 2009 erschienen. Und Abonnenten des D&D Insider Angebots von WotC können den Artikel hier runterladen.

Der Artikel gibt etliche Hintergrundinformationen, um Kobolde als Gegner zu spielen. Auch werden einige Fallen dieser kleinen Scheusslichkeiten beschrieben und mit Spielwerten vorgestellt. Aber vor allem werden neue Varianten der Kobolde angeboten. Die reichen bis zu einem Level 6 Skirmisher, der nicht nur 67 HP hat sondern auch gut austeilen kann. Auch der Kobold War Priest wertet eine Koboldgruppe deutlich auf und sorgt für den Kick, wenn man den Punkt noch nicht erreicht hat, an dem man weiss, ob man das Encounter überlebt oder nicht.

Interessant ist auch die Kobold Horde, die einen ganzen Mob von Kobolden beschreibt, die sich so dann als Level 6 Skirmisher auf die Gegner stürzen. Ähnlich kontrolliert der Kobold Rat Master mehrere Schwärme von Ratten, die dann als Waffe eingesetzt werden. Der Rat Master ist ein Level 4 Elite Soldier und bringt entsprechend 114 HP mit.

Wie man schnell sieht, ist mit den erweiterten Koboldvarianten das Aufwerten eines Kobold Encounters leicht möglich. Und mit den höher-leveligen Gegnern kann man auch noch eine Gruppe aus 3rd oder 4th Level Charakteren ohne weiteres in echte Bedrängnis bringen.

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Und wem das immer noch nicht langt, der sei auf das Draconomicon 2, Metallic Dragons verwiesen. Hier finden sich wieder einige interessante, höher levelige Koboldvarianten, darunter auch Koboldhelden. Wer etwa einen 10. Level Kobold auf seine Gruppe loslässt, dem ist die Überraschung sicher, was diese possierlichen Wesen alles anrichten können.

Von wegen typische Gegner für Einsteigerrunden…