Was sind Rollenspiele?
Rollenspiele sind eine Art Nachfolger des klassischen Brettspiels. Das Spielprinzip liegt darin, dass die Spieler Rollen von Charakteren einnehmen, die als Spielfiguren agieren und gemeinsam Abenteuer bestehen oder Aufgaben bewältigen müssen. Der Spielleiter ist dazu der Regisseur des Geschehens, er versorgt die Spieler mit Informationen zum Setting und zum Spielgeschehen – alles findet in der Fantasie der Spieler und des Spielleiters statt.
Es kann gut sein, dass man mit den Prinzipien des Rollenspiels bereits aus einem Computerspiel (etwa Diablo, WoW oder Ultima) vertraut ist. Statt dem PC, der den Weg vorgibt und das Abenteuer beschreibt, tut dies der Spielleiter. Alles findet dialogisch statt: Der Spielleiter beschreibt das Setting und die Spieler beschreiben die Handlungen ihrer Spielfiguren. Sobald es zu Entscheidungen im Spiel kommt, die den narrativen Charakter überschreiten, kommen Würfel ins Spiel, um über den Ausgang einer Handlung oder einer Entscheidung zu bestimmen. Es reicht nicht, wenn der Spieler sagt, er trifft den Gegner tödlich, sondern vielmehr muss der Spieler würfeln, ob er den Gegner überhaupt trifft, und wenn ja wie gut.
Wie die Chancen bei dem Auswürfeln der Handlung oder der Entscheidung stehen, bestimmen die Werte der Spielfigur. Bevor ein Spieler am Spiel teilnehmen kann, muss er sich zuerst eine Spielfigur erschaffen. Je nach Regelwerk und System wählt der Spieler bestimmte Charakteristika (Stärke, Intelligenz, etc.) die seine Figur haben soll sowie eine Menge an Fähigkeiten und Spezialisierungen. Sinn und Zweck der Spielfigurenerschaffung ist zu bestimmen, was die Spielfigur kann und wie gut sie es kann.
Es gibt eine Unmenge an Genres für Rollenspiele, sie reichen von High Fantasy wie etwa im Herrn der Ringe oder zu einem Dark Gothic Science Fiction Genre, wie etwa in Warhammer 40k Dark Heresy. Dazwischen und darüber hinaus ist alles möglich. Auch Mischgenres, etwa Hightech und Magie sind möglich, wie es etwa Shadowrun zeigt. Im Prinzip eignet sich alles, was es als Filmgenre auch gibt, auch für Rollenspiele, von Cthulluh für Horror bis hin zu Champions für das Superhelden Genre. Darüber hinaus ist auch jedes andere Setting denkbar, wie etwa Macho Women with Mega Guns oder Paranoia eindrucksvoll zeigten.
Ein “Spielbrett” wird nicht unbedingt benötigt, jedoch zeigt die Erfahrung, dass es bei Kämpfen sinnvoll ist, Spielfiguren und Gelände plastisch vor sich zu haben, es erleichtert die Spielsimulation des Gefechts ungemein.
Im Zentrum sollte aber immer der Spaß an der Sache stehen. Der Wunsch, gemeinsam Herausforderungen zu meistern und Unbekanntes zu entdecken. Rollenspiele können eines der schönsten Hobbies sein, weil sie Gemeinschaftliches mit Persönlichem verbinden.
Rollenspiele gibt es nunmehr seit mehr als dreissig Jahren und ihr Ursprung liegt in den Spielen der Gattung der Konfliktsimulationen (CoSims). Als Begründer der Rollenspiele gilt der US Amerikaner Gary Gygax, der Dungeons and Dragons – das Urspiel der Rollenspiele – erfand.